Venustransit am 6.6.2012

Venustransit2

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Venustransit

Der 6.6.2012 war unter astronomischen Gesichtspunkten ein sehr bedeutendes Datum. An diesem Tag befanden sich die Sonne, der Planet Venus und die Erde in einer Konstellation zueinander. Ähnlich einer Sonnenfinsternis schob sich die Venus genau zwischen Erde und Sonne. Aufgrund der geneigten Umlaufbahn der Venus geschieht dies nur äußerst selten. Ein Venusdurchlauf ereignet sich in einem relativ kurzen Abstand von etwa 8 Jahren genau zweimal, bevor man wieder etwa 100 Jahre auf den nächsten Durchlauf warten muss. Da dieses Phänomen die letzten beiden Male am 8.6.2004 und am 6.6.2012 stattfand, dauert es nun bis zum 11.12.2117 bis man es das nächste mal beobachten kann – oder vielleicht eher unsere Kinder und Enkel. Auch die Wissenschaft interessiert sich brennend für dieses seltene Ereigniss. Früher bestimmte man mittels Beobachtung des Durchlaufs die Entfernung zwischen Erde und Sonne. Aber auch heute zieht man wichtige Erkenntnisse zur Beschaffenheit der Venusatmosphäre aus den Beobachtungen. Dabei ist vor allen Dingen der Ein- und Austrit der Venus in die Sonnenscheibe von großer Bedeutung, da dann die Sonnenstrahlen durch die Venusatmosphäre gekrümmt werden.

_MG_1478Durch Bilder des letzten Venustransits wusste ich, dass es möglich ist das Ereigniss zu fotografieren. Meine Ausrüstung war zwar nicht ideal, aber ich dachte ich lasse es auf einen Versuch ankommen. Als Beobachtungsort wählte ich das Schloss Augustusburg von dessen erhöhtem Standpunkt man den Sonnenaufgang gut beobachten können sollte. Kurz nach drei Uhr morgens machte ich mich auf den Weg nach Augustusburg und traf auf dem Parkplatz schon drei Hobby-Astronomen an. Dies verbuchte ich als außerordentlich gutes Zeichen, da die drei diesen Ort nicht ohne guten Grund aufgesucht haben werden. Ich sprach die drei jungen Herren an und gesellte mich zu ihnen. Wir tauschten uns aus und warteten gespannt auf den Sonnenaufgang. Die eindrucksvollsten Bilder wollte ich zu diesem Zeitpunkt fotografieren. Wer schonmal einen Sonnenauf- oder Untergang fotografieren wollte, weiß wie schnell der Moment vorbei ist. Danach probierte ich noch etwas mit meinem Graufilter herum und schaute hin und wieder durch die Teleskope der Hobby-Astronomen. Besonders glücklich war ich über die Gelegenheit meine Kamera über einen Adapter an eines dieser Teleskope anzuschließen. Dabei handelte es sich um ein Spiegelteleskop mit einer Brennweite von 2000mm. Leider zogen im Laufe des Morgens Wolken auf und der Austritt der Venus aus der Sonnenscheibe war nicht mehr zu beobachten. Am Ende tauschten wir noch vor Ort unsere Fotos aus, bevor ich nach Hause gefahren und sofot ins Bett gefallen bin.

_MG_1463Schlussendlich war es ein sehr gelungener und spannender Ausflug, den ich in jedem Falle jederzeit wiederholen würde – trotz des zeitigen Aufstehens. Die beiden Fotos des Sonnenaufgangs bestehen jeweils aus einer Belichtungsreihe von drei Bildern. Auf den beiden anderen Bilden sieht man neben der kugelrunden Venus auch mehrere Sonnenflecken. Zu meiner Überraschung ist dies auch ohne extreme Brennweite nur mit einem einfachen 70-300mm Objektiv in Verbindung mit einem Graufilter möglich. Alle Bilder wurden mit einer Canon EOS 550D aufgenommen.

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