Gdansk

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Auf den Straßen in Polen konnte ich meinen inneren Wettkampf um die sparsamste Tankfüllung aller Zeiten perfekt ausleben. Auf gut ausgebauten Schnellstraßen habe ich mich dankbar in jeden Windschatten diverser LKWs gehängt. So ich doch um meine ergonomisch geformten Handschuhe und um die Pilotenhaube oft belächelt wurde, tragen sie doch zu einer Optimierung der Beziehung Mensch und Maschine bei. Neben etlichen wohlbekannten Einrichtungen wie Kaufland, Media-Markt und Co. befand sich am Wegesrand erwähnenswert nur eine Windkraftradflügelfabrik und ein uns vom – nebenbei merklich veralteten – Reiseführer versprochener „Betrunkener am Straßenrand“. Ja, manchmal mag Polen ein klein wenig so sein, wie man es sich landläufig vorstellen mag – kommt man von der Hauptsraße ab, kann es mitunder sehr holprig werden und manchmal sieht man auch einen Haufen von Reifen und Müll, welche in einen idyllischen Tümpel sich beschwerender Frösche geworfen worden sind. Viel wurde uns vor unserer Reise vom vermeintlichen Polen erzählt, aber manchmal muss man eben einfach mit Anlauf ins eigentlich Unbekannte springen, um bestehende Schubladen zu schließen.

Mariengasse Danzig

Unser kurzer Abstecher nach Hel auf der Fahrt von Leba nach Danzig brachte uns leider nicht die erwünschten nachhaltigen Eindrücke. Statt Fischeridylle am Ende der Nehrung: Spittelstände und kein einziges in greifbarer Nähe befindliches Fischbrötchen. Kein einziges!!! Wenigstens zum Kaufen von frischem Gemüse war der Umweg nicht völlig vergebens. Kurzerhand ging es weiter Richtung Danzig, welches wir am nächsten Tag vom Zeltplatz aus gemütlich mit der Tram erreichten. Vielleicht waren wir einfach zur rechten Zeit am rechten Ort, das Bild, was sich uns von der im 2. Weltkrieg fast komplett zerstörten und danach wieder aufgebauten Stadt bot, war zauberhaft. Vergleichsweise wenige Touristen bahnten sich den Weg durch die Hansestadt. Am Markt verkauften rüstige Senioren Eier, Flieder und Maiglöckchen. Schulklassen stürmten diverse Imbissbuden und Süßigkeitenläden und liefen mit großen Augen durch die Straßen, beide Hände voll mit Leckereien. Das Licht der Stadt änderte sich ständig im wechselhaften Wetter.

PS: Dieser Beitrag wurde kurz vor der Abfahrt mit dem Strom unserer Zeltplatznachbarn in Gisycko veröffentlicht. Vielen Dank dafür!

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