Cold War Museum

Das Wetter auf der Kuhrischen Nehrung zeigte sich von seiner besten Seite, trotzdem mussten wir weiterfahren. Also zusammengepackt, angeschnallt, Lüftung an und … bäh. Das Gebläse spieh uns die toten Gebeine der dämlichen stachellosen Fliegen vom Vortag direkt ins Gesicht. Wir hatten unser Auto am ersten Tag direkt unter einer der Lampen geparkt. Durch das Licht waren die widerlichen Biester in jede erdenkliche Lücke unseres Autos gekrochen, um dort zu verenden. Dieser „Spaß“ wird uns noch eine ganze Weile begleiten, immer wenn wir die Lüftung bedienen…

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Nach dieser wunderbaren „Erfrischung“ machten wir uns auf den Weg zur Fähre und danach zum Cold War Museum. Zuerst war es nicht ganz einfach, den inmitten eines Nationalparks gelegenen ehemals sowjetischen Militärkomplex zu finden, da dieser leider nur in litauisch ausgeschildert war. Als wir uns aber einem beliebigen Sehenswürdigkeiten-Schild folgend auf einer kilometerlangen Schotterpiste befanden, ahnten wir schon, dass wir zufällig den richtigen Abzweig genommen hatten. Das Cold War Museum befindet sich nämlich in einem früheren Nuklearwaffen-Stützpunkt und der wurde fernab und ziemlich geheim mitten in die Wildnis gebaut. Im Museum, welches es so nur dreimal auf der Welt gibt, erfährt man allerhand über die Zeit des Kalten Krieges, über das gegenseitige Aufrüsten von Russen und Amerikanern, die damalige Propaganda beider Seiten und natürlich viel über die Arbeit in und um den Stützpunkt an sich. Bis in die 70er Jahre wurden hier Atomraketen aufbewahrt und insgesamt vier waren jederzeit abschußbereit. Ihre Ziele waren festgelegt und während des Prager Frühlings waren die Offiziere kurz davor den Knopf zu drücken, hat uns der Guide erzählt. Atomraketen, die auch in Deutschland hätten explodieren können, wären aller Wahrscheinlichkeit nach von diesem Ort gekommen.

Litauen, 25. Mai

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