Die Flora und Fauna von Gauja

Seltsame Geräusche an unserem Auto begleiteten uns auf der Weiterreise in den Gauja Nationalpark, einer Region unweit von Riga. Bei unseren KFZ-Kenntnissen hätte das alles von einer lockeren Schraube bis hin zum Totalschaden sein können. Die Hoffnung konzentrierte sich auf Ersteres. Ein Campingplatz war bald gefunden, dort wurde das Problem noch eine Weile gegoogelt und beschlossen, am nächsten Tag eine Werkstatt aufzusuchen. Der Platz war direkt am Fluss gelegen, der Hauptattraktion des Nationalparks, einem Eldorado für Kanubegeisterte, aber auch für Partyfloßtourismus. Während unseres Aufenthaltes begegneten uns die kuriosesten Gruppen mit ihren Flößen samt Grill, Regendach und Biertischgarnitur. Das Ganze sah nach einer Menge Spaß aus. Auch unser Zeltplatz vermietete Kanus, uns war es aber zu kühl und außerdem ein wenig zu kostenintensiv – überraschenderweise teurer als unsere Kanutour in der Ardeche in Frankreich vor zwei Jahren. Ansonsten war der Platz sehr schön: überdachte Tische, Internet, Feuerstellen, das Haus des Besitzers in der Mitte und gleich nebenan die einzige noch handbetriebene Fähre. Schon bei unserer Ankunft wurde uns jedoch vom Nachbarn (aus Zittau!) verkündet, dass das Trinkwasser hier sehr unangenehm riechen soll und das Waschen sich anfühle wie mit Gülle zu duschen. Er sollte Recht behalten. Uns gehts zum Glück noch gut.

IMG_4440

Am folgenden Tag stand der geplante Ausflug in eine Autowerkstatt an. Es war Samstag, die Besitzer tranken Kaffee und schauten dem Nachwuchs beim Spielen mit alten Autoreifen zu. Kurzerhand wurde das Auto, an dem sie arbeiteten, beiseite gerollt, um unseres in Augenschein zu nehmen. Wir berichteten noch, was wir bei Google herausgefunden hatten und das Ganze stellte sich tatsächlich nur als lockere Schraube am Bodenblech heraus. Ein Stein fiel uns vom Herzen. Jetzt konnten wir den Nationalpark wieder in vollen Zügen genießen. Wir schauten uns eine nahegelegene Quelle, welcher heilende Kräfte nachgesagt werden, an und besichtigten einen Wildpark, bei dem leider die versprochenen Wölfe fehlten. Am Abend machten wir noch Bekanntschaft mit einem freundlichem Hamburger, der uns am nächsten Tag mit einem deftigem Frühstück überraschte. Nach den vielen Tagen Müsli eine willkommene Abwechslung. Im Nachhinein fiel uns auf, dass wir uns gegenseitig nicht einmal mit Namen vorgestellt hatten. Falls du das liest, netter Hamburger, vielleicht auf diesem Wege… Liebe Grüße von Christoph und Laura!

(Lettland, Gauja-Nationalpark, 30. Mai bis 2. Juni)

Werbung

3 Comments on “Die Flora und Fauna von Gauja

  1. Und wieder mal ein Danke für all diese wunderbaren Aufnahmen. Leider schlägt das sofort in Reisesehnsucht um … 🙂

Was denkst du? What do you think?

%d Bloggern gefällt das: