Auf den Straßen Norwegens

Es gibt wohl kaum ein Land, in dem ein Roadtrip mit dem eigenen Auto so viel Spaß macht wie in Norwegen. Die am Fenster vorbeiziehenden Landschaften verändern sich fast im Minutentakt. Das ist auch der Satz, den man von allen Norwegenreisenden zuerst hört: „Hinter jeder Kurve etwas Neues!“ Und obwohl man manchmal riesige Umwege in Kauf nehmen muss, um ans Ziel zu kommen, macht das Fahren hier einfach total Laune. Hier ist der Weg das Ziel. Stellen zum Anhalten und Staunen gibt es ebenfalls zuhauf. Die Norweger tun eine Menge dafür, dass die Fahrt so spannend wie möglich wird. Zum Beispiel haben wir die verschiedenartigsten Tunnel passiert. Tunnel mit einer Spur. Tunnel mit mehreren Spuren. Tunnel mit Serpentinen, steil bergauf oder bergab, unter dem Meer durch – und sogar den längsten der Welt. Tunnel, die in andere Wetterlagen führen und bei denen beim Verlassen schlagartig alle Scheiben außen beschlagen. Tunnel mit blauem Licht oder komplett ohne Beleuchtung. Tunnel, bei denen man unter einer Nebelschicht hindurchfährt. Und wenn man glaubt, man hat nun echt alles gesehen, fährt man auf einen unterirdischen Kreisverkehr zu, welcher einen direkt auf eine gigantische Brücke über einen Fjord und danach wieder in den nächsten Tunnel mit Kreisverkehr führt. Zwar kann man für so ein Spektakel auch schnell mal 15 Euro Maut bezahlen, dafür bekommt man aber einen tollen Aussichtspunkt und einen Weg auf die Brücke mit einem in regenbogenfarbenen Licht beleuchteten Fußgängertunnel. So kann man das Bauwerk bestaunen und die Maut schnell wieder vergessen.

oceanroad

Eines der vielen Highlights, die wir befahren haben, war die Atlantic Ocean Road oder auch Atlanterhavsveien. In den 1980er Jahren wurde sie erbaut und musste vorher viel Kritik einstecken. Aber schon nach 10 Jahren waren die Baukosten ammortisiert – heute muss man nur noch für den Tunnel zahlen, der nach Kristiansund führt. Die etwa 8 km lange Straße führt über viele kleine Inselchen und die elegant geschwungenen Brücken fügen sich großartig in die Landschaft ein. 2005 wurde sie zum norwegischen Bauwerk des Jahrhunderts ernannt. An den vielen Rastplätzen entlang der Straße stehen dutzende Wohnmobile, viele angeln an den Meeresengen, die aufgrund der Gezeitenströme viele Fische anzulocken scheinen. Auch wir verbrachten dort eine Nacht, da wir auf besseres Licht zum Fotografieren warteten. Leider blieb auch am nächsten Tag der Himmel grau, aber schon lag die nächste spektakuläre Straße in Norwegen vor uns: die Trollstigen. Elf Haarnadelkurven führen hinauf zum Pass, wo eine sagenhafte Aussicht auf die Serpentinenstraße auf den Reisenden wartet. Eigentlich schon etwas seltsam, dass so viele Menschen eine Straße sehen wollen, so dass sogar ein riesiges Touristenzentrum mit Parkplatz dort oben erbaut wurde. Aber auch ich habe mich gefreut wie Bolle, dort zu sein und dass mir eines meiner absoluten Lieblingsbilder gelungen ist, welches ich mir irgendwann sicher in einer gänzlich unangemessenen Größe an die Wand hängen werde.

straße2

von Christoph

(Norwegen, Atlantic Ocean Road bis Trollstigen, 16. bis 18. Juli 2014)

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0 Comments on “Auf den Straßen Norwegens

  1. Hallo ihr Zwei. Wundervolle Aufnahmen, die beweisen, dass man nicht „immer nur“ Sonnenschein und blauen Himmel braucht um tolle Fotos zu zaubern 🙂 Und vielen Dank, dass ihr so schön über Norwegen berichtet. Ich wäre auch sooo gerne noch weiter hoch gefahren. Habe aber schon Pläne im Kopf und Inspiration dank euch für die nächste Norwegentour (auch wenn diese noch etwas warten muss). Liebe Grüße aus Baltimore

    • Hallo und vielen Dank! Was man nicht sieht, ist, wie wir uns den Nieselregen im Auto mit Kartenspielen vertrieben haben – solange man schlechtes Wetter erwartet, kann man dabei auch viel Spaß haben 😉 Baltimore klingt auch nicht schlecht! Und: wir müssen auch nochmal nach Norwegen, ist zu schön da…

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