Unsere Top 10 Campingplätze und Wanderhütten in Neuseeland

Nach unseren Camping-Erlebnissen in Australien stellten wir uns nicht einmal die Frage, wie wir Neuseeland bereisen wollten. Wir hatten 6 Wochen Zeit, einen gemieteten Van und wussten, dass gratis campen kaum noch erlaubt ist. Aber manchmal lohnt es sich ohnehin, auf den Inseln Geld für Zeltplätze oder Übernachtungen auszugeben. Weil man nur so an wunderschöne Orte gelangt oder unglaubliche Annehmlichkeiten geboten bekommt. Weil das Umweltdepartment (DOC) überall hübsche, im Frühling recht einsame Zeltplätze und Hütten mit Aussicht vermietet. Weil man dort echte Typen trifft. Weil man in Küchen landet, die schon vielen Reisenden ein Zuhause geboten haben. Und weil man manchmal sogar erfährt, wo die vom Aussterben bedrohten Pinguine herumwatscheln.

Von Nord- bis Südinsel, von Strand bis Farm, von Wiese bis Wanderhütte: Das sind unsere ganz persönlichen Top Ten.

1. Ashley Park

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Nahe dem kleinen Örtchen Waitotara im Süden der Nordinsel Neuseelands liegt direkt an der Hauptstraße ein Farmstay der besonderen Art. Das riesige Gelände mit Villa, Teich und Streichelzoo bietet allein schon Aktivitäten für einen ganzen Tag. Wer von all dem Streicheln und Füttern der Tiere noch nicht genug hat, kann außerdem einen Blick in das historische Museum und in den Antiquitätenladen der Besitzer werfen. Der Campingplatz bietet ruhige Stellplätze, die ab und an von Hühnerfamilien besucht werden. Außerdem gibt es einen großen Aufenthaltsraum mit Brettspielen, Klavier und einer Küche.

Top: Gartenanlage, Streichelzoo, Küche/Aufenthaltsraum
Kontakt: http://www.ashleypark.co.nz/

2. Welcome Flat Hut

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Nur zu Fuß und über einen 18km langen Wanderweg zu erreichen, aber dafür mit natürlich heißen Quellen ausgestattet, in denen man sich vom anstrengenden Weg erholen kann – das ist die „Welcome Flat“, eine Wanderhütte südlich des Örtchens Fox Glacier an der Westküste der Südinsel Neuseelands. Wir hätten im Nachhinein gerne zwei Nächte in dieser Hütte verbracht, weil sie so besonders ist. Sie liegt an einem Fluss, umgeben von hohen Bergen. Und wer die vulkanische Seite der Nordinsel Neuseelands mag, wird diesen Ort lieben. Denn gleich neben der Hütte befindet sich eine kleine Quelle, aus der 60°C heißes Wasser sprudelt. Selbiges sammelt sich in mehreren natürlichen Becken mit unterschiedlicher Temperatur. Selbst in kalten Nächten gibt es nichts Schöneres, als in diesen Becken zu entspannen. Plätze in der Wanderhütte können einfach über die Website des DOC gebucht werden.

Top: heiße Quellen, das Abenteuer und die Natur ringsum
Kontakt: http://www.doc.govt.nz/

3. McLaren Falls Park

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Neuseeland ist für seine Glühwürmchen berühmt – das wussten wir natürlich auch schon, bevor wir einen Fuß auf die Insel gesetzt haben. Aber wir dachten, dass sich die kleinen leuchtenden Würmchen ausschließlich in Höhlen aufhalten. Im McLaren Falls Park nahe Tauranga in der Bay of Plenty auf Neuseelands Nordinsel stießen wir dann auf jede Menge Glühwürmchen und das einfach so – mitten im Wald. In dem Park befindet sich ein kleiner Spaziergang entlang eines Bachtales zu einem Wasserfall. Geht man diesen Pfad bei Einbruch der Dunkelheit oder besser noch danach, fühlt man sich wie auf einem fremden Planeten, so ungewöhlich wirken die Lichter überall am Wegesrand. Auch sonst ist der McLaren Falls Park sehr idyllisch. Viele kleine Seen, überall Schafe und jede Menge Wanderpfade.

Top: Preis, Glühwürmchenwald, botanische Baumsammlung
Kontakt: http://www.bayofplentynz.com/

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4. Moeraki Boulders Kiwi Holiday Park

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Die meisten, die die Moeraki Boulders besucht haben, können sich zwar sicherlich nicht die komplizierte Entstehungsgeschichte der eigentümlichen Kugeln merken, aber einen Besuch sind sie allemal wert. Gleich ein wenig nördlich befindet sich der gleichnamige Kiwi Holiday Park. Dieser ist mit sehr viel Liebe zum Detail ausgestattet. Der ganze Platz sowie die Küche und Sanitärhäuschen sind zwar klein, aber fein. Wer einen Edding dabei hat und in der Campingküche irgendwo noch Platz an den Wänden findet, kann sich hier verewigen. Den hunderten von Kommentaren an den Wänden zufolge hat es hier jedem gefallen und für alle anderen ist zumindest ausreichend Lesestoff vorhanden. Kleiner Tip: Südlich vom Ort Moeraki befindet sich der Katiki Point Leuchtturm. Gleich nebenan befindet sich eine Auffangstation für verletzte Gelbaugen-Pinguine. Den hochgepäppelten Exemplaren hat es dort so gut gefallen, dass sie gleich eine Kolonie gegründet haben. Auf dem Spazierpfad über die Halbinsel kann man außerdem Robben hautnah erleben. Aber Vorsicht: Wenn sie einen anfauchen, sollte man besser wieder ein Stück zurückweichen.

Top: gemütliche Küche mit Kaffeeautomat, Ausflugsziele, Strandlage
Kontakt: http://www.moerakibouldersholidaypark.co.nz/

5. Waikite Valley Thermal Pools

Als unser Bus über den Hügel kommt und sich die Kurven hinabschlängelt, sehen wir die ersten weißen Wolken zwischen grünen Büschen aufsteigen. Nebel? Ja, und seine Ursache ist der Grund, warum dieser Campingplatz uns so gefallen hat. Mitten in der vulkanisch aktiven Zone auf der Nordinsel Neuseelands, in Ausflugsentfernung von Rotorua und Thermal Wonderland, sprudelt im Waikite Valley 99° Celsius heißes Wasser aus dem Boden, fließt als dampfender Bach durchs Tal, wobei er langsam abkühlt, und wird von cleveren Kiwis zur Erwärmung mehrerer Pools genutzt. Dieser auch als Entspannungs- und Spaßbad beliebte Ort hat nur wenige Stellflächen, die zwar nicht günstig sind, dafür aber freie Poolbenutzung beinhalten. Tipp: Erst zur Quelle spazieren, die Ur-Farne betrachten, dann die verschieden warmen Pools auskundschaften. Zwei haben einen Blick in die Natur, und einer davon sogar auf den Sternenhimmel. Nebenan gibt’s kaltes Bier und heißen Kaffee und die obligatorischen Freibadpommes. Trinkwasser ist kostenlos, und das werdet ihr nach dem heißen Bad auch brauchen.

Top: die Pools, die Quelle & die Nähe zu weiteren vulkanischen Sehenswürdigkeiten
Kontakt: http://www.hotpools.co.nz/

6. Solscape

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Einer von wenigen Zeltplätzen, von denen lange vorher feststand, dass wir ihn besuchen würden. Und das nicht, weil er an Neuseelands wohl berühmtesten Surferstrand in Raglan an der Westküste der Nordinsel liegt. Viel mehr verbinden uns die Reisegeschichten mehrerer Freunde mit diesem Ort: Vor 12 Jahren hat ihn eine Freundin entdeckt und mir von diesem Hippieplatz auf dem Hügel mit den Eisenbahnwaggons als Bungalows erzählt. Später hat sie andere weltreisende Freunde dorthin geführt. Und nun waren wir dort. Inzwischen hat sich dort wirklich viel getan, aber die Atmosphäre ist immer noch etwas besonderes. Zwischen den Waggons gibt es eine große Küche mit Sesseln und Kamin, die allabendlich von Backpackern aus der ganzen Welt bevölkert wird. Stellflächen gibt es nur wenige, aber dafür mit Blick über Felder hinab zur Steilküste. Inzwischen gehört auch ein großes Holzhaus mit Café, Traumterrasse und Zimmern dazu. Yoga- und Surfklassen gehören zum regelmäßigen Angebot, aber auch Permakultur-Gartenprojekte finden statt. Ein Ort, an dem man länger bleiben möchte.

Top: Die Terrasse mit Meerblick, die Atmosphäre, der Surfkurs
Kontakt: http://www.solscape.co.nz/

7. Pouakai Hut

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Eine weitere Wanderung mitsamt Unterbringung in einer Hütte können wir euch am Mount Taranaki empfehlen. Der Vulkan an der Westküste der Nordinsel Neuseelands nahe Inglewood ist schon seit vielen Jahren ruhig – ein Ausbruch ist aber dennoch überfällig. Am besten man stellt sein Auto am Besucherzentrum des Nationalparks ab und wandert den Hang des Vulkans entlang zur abgelegenen Pouakai Wanderhütte. Diese befindet sich auf einem kleinen Gebirge gegenüber des Taranaki und bietet Aussicht auf Berge und Meer – steigt man den Bergrücken wieder hinauf (ca. 5 Minuten) hat man auch einen sagenhaften Blick auf den Vulkan. Von dort weitere 5 Minuten entfernt befindet sich außerdem ein kleiner Teich, in dem sich bei perfekten Wetterbedingungen die Spitze des Taranaki spiegelt. Ein Platz in der Pouakai Hut kann einfach und ohne langfristige Buchung im Besucherzentrum erworben werden. Um Verpflegung und Schlafzeug muss man sich natürlich selbst kümmern. In der Hütte erwarten einen zwei Schlafräume mit Matratzenlagern auf zwei Ebenen, Kamin und Holzbänke in der geräumigen Küche, eine gemütliche Sonnenterrasse und ein Plumpsklo – typische Wanderidylle also. Mehr Infos zur Wanderung findet ihr in unserem Blogeintrag.

Top: Umgebung, Urigkeit, Abenteuer
Kontakt: http://www.doc.govt.nz/

8. Berlins Café & Bar

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Wer schon einmal in Neuseeland war, wird sie definitiv kennen: Sandflies – die lästigen kleinen Blutsauger, gegen die anscheinend kein Kraut gewachsen ist. Im Pub vom Berlins zwischen Murchison und Westport auf der Südinsel Neuseelands fanden wir allerdings eine geheime Tinktur, auf dessen Erfolg wir durchaus schwören. Wer nur auf der Durchreise ist, sollte wenigstens einen kurzen Halt einlegen. Wer mehr Zeit hat, kann auf dem großen Grundstück direkt am Buller River campen. In der Umgebung gibt es allerlei zu entdecken, so führt über den Buller River zum Beispiel die längste Hängebrücke Neuseelands. Wer einen Schuß Adrenalin benötigt, kann mit einem Speedboot den Flusslauf entlangdüsen. Uns hat es gereicht, eines der jährlichen Speedboat Rennen als Zuschauer zu beobachten. Die Sanitäranlage und die Camp-Küche sind sehr klein und werden außerdem von den Bed&Breakfast-Gästen mitgenutzt, bieten aber alles, was das Herz begehrt und man kommt garantiert leicht ins Gespräch. Wir empfehlen einen kleinen Spaziergang auf den hinter dem Gut befindlichen Berg. Oben stehen zwei Holzstühle mit perfektem Blick über das Flusstal (Stand 2015).

Top: geheime Sandfly-Tinktur, Lage am wildesten Fluss Neuseelands, super nette Besitzer
Kontakt: http://berlins.co.nz/

9. Tapotupotu Camping Area

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Wir haben das Outback Australiens geliebt und der äußerste Norden Neuseelands kam diesem Gefühl sehr Nahe.  Auf den knapp 100 Kilometern Richtung Cape Reinga durchquert man nur eine handvoll kleiner Orte. Auf dem Weg sollte man seinen Vorrat an den kleinen Privatständen mit Avocados, Eiern und anderen lokalen Produkten füllen, denn ganz im Norden ist man auf sich gestellt. Kurz vor dem nördlichsten Punkt Neuseelands geht eine kleine Straße rechts eine Schotterpiste hinab zu einem DOC-Campingplatz. Die Ausstattung ist einfach (Toiletten, manchmal kaltes Wasser), aber der Preis gering und die Umgebung direkt an einem der nördlichsten Sandstrände der Inseln atemberaubend. Auch die Sternenhimmel sind an diesem Ort bei geeignetem Wetter perfekt. Von hier führen einige Wanderwege zum Kap und weiter östlich zum wirklich nördlichsten Punkt Neuseelands. Dieser ist nämlich wie überall nicht der mit den meisten Touristen 🙂

Top: Preis, Strandblick, Umgebung zum Wandern
Kontakt: http://www.doc.govt.nz/

10. Seabreeze Holiday Park

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Auf der Coromandel Halbinsel im Norden der Nordinsel war es gar nicht so einfach, einen guten Campingplatz zu finden. Es gibt nicht viele, und die, die wir gefunden haben, waren uns zu teuer. Bis wir den Seabreeze Holiday Park entdeckten. Gleich als uns die Besitzer herumführten, wussten wir, dass wir mehr als eine Nacht bleiben würden. Er ist absolut backpacker- und camperfreundlich, mit großer Küche, Esszimmer und Fernseh-/Computerraum, einer großen Terrasse und hat sogar eine eigene Brauerei! Die Cathedral Cove und der Hot Water Beach liegen nur ca. 15 Minuten mit dem Auto entfernt. Beide Sehenswürdigkeiten sollte man sich nicht entgehen lassen – auch wenn es in der Hochsaison sehr voll werden kann. Tipp: Zur Cathedral Cove kurz vor Sonnenuntergang laufen und danach die Strände für sich haben. Beim Hot Water Beach gilt: zeitig hinfahren, mit dem Fuß (nahe der Felsen) nach einer warmen Stelle suchen und einfach graben. An der Rezeption vom Campingplatz erfahrt ihr, wann die Ebbe ist – ohne Ebbe kein Strand zum Hot-Pool-Graben.

Top: Küche/Aufenthaltsraum, Ausflugsziele, Besitzer
Kontakt: www.seabreezeholidaypark.co.nz

Bonus: Sir Cedrics Chateau Franz

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Ha! Jetzt habt ihr soweit gelesen (oder gescrollt) und nun schreiben wir plötzlich über ein Hostel? Ja, aber über eines mit einer Handvoll Stellplätze. Und eines, in dem wir drei wunderschöne Tage und Nächte verbracht haben. Es liegt im Touristendorf Franz Josef am gleichnamigen Gletscher. Aber das hier ist keine Massenabfertigung! Die Zimmer sind simpel, aber nett (Vorhänge vor den Betten!), die Küche groß, die DVD-Sammlung durcheinander. Was uns (und die Leute, die wir dort kennengelernt haben) so begeistert hat, ist die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter. Da wird, wenn es kalt ist, allabendlich das Lagerfeuer und der Kamin im Leseraum entfacht. Da darf man kostenlos Suppe zum Abendessen speisen, sich Kaffee und Tee kochen und hat freies, kostenloses Wifi. Außerdem ist das ganze Gelände liebevoll gestaltet und hat bei entsprechendem Wetter Blick auf die Berggipfel. In der Hauptsaison sind die Stellplätze bestimmt schnell voll, also bucht man am besten vorher.

Top: Lagerfeuerplatz, Küche/Aufenthaltsraum, Atmosphäre
Kontakt: http://sircedrics.co.nz/hostels-franz-josef/chateau-franz/

Wo die Plätze liegen, findet ihr auch auf unserer Reisekarte – genauso wie Routen, Wanderwege, Fotopunkte… (Einfach hineinzoomen. Wird regelmäßig ergänzt.)

Von Christoph & Laura

(Neuseeland, 24. September 2015 – 6. November 2015)

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2 Comments on “Unsere Top 10 Campingplätze und Wanderhütten in Neuseeland

  1. ich hatte endlich gelegenheit eure karte eingehend zu studieren. super schöne idee! jetzt muss nur noch das google maps äußere verschwinden.

    • Komischerweise ändert Google Maps immer wieder unsere „Standardansicht“. Mal sehen 😉

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