Anleitung: Lichtspuren aufnehmen

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Lichtspuren bewegter Fahrzeuge können aus einem sonst gewöhnlichen Motiv einen ganz speziellen Hingucker machen. Bei der Erstellung eines solchen Bildes gilt es zwar ein paar grundlegende Regeln zu beachten, jedoch ist es nicht so schwierig, wie man anfangs denken mag. Im folgenden Artikel möchte ich euch Schritt für Schritt erklären, wie ihr mit einer einfachen Ausrüstung und Grundkenntnissen in Photoshop zu eurem eigenen Lichtspurbild kommt.

Zum Bild

Das Bild, anhand dessen ich euch erklären möchte, wie ich Lichtspuren fotografiere, zeigt die Trollstigen in Norwegen. Sie ist eine der bekanntesten Touristenstraßen Norwegens und in der Hauptsaison kriechen die enge Straße unzählige Busse und Autos rauf und runter. Die Trollstigen hatte ich mir schon lange vor Beginn unserer Reise als Fotolocation herausgesucht und ich war ziemlich glücklich, dass mir trotz Nebel und spärlichem Verkehr bei Nacht dieses Bild gelungen ist.

Vorbereitung

Für ein gelungenes Lichtspurbild benötigt man lediglich eine Kamera und ein Stativ. Die einzige Vorraussetzung, welche die Kamera besitzen muss, ist die Möglichkeit, die Belichtungszeit in irgendeiner Form manuell einstellen zu können, um die Bewegung der Fahrzeuge über einen gewissen Zeitraum einfangen zu können. Lichtspuren nimmt man entweder mit einer einzelnen längeren Belichtung oder wie im vorliegenden Beispiel mit mehreren aufeinanderfolgenden Einzelbildern auf. Hierzu kann ein externer Auslöser von Vorteil sein, um ein versehentliches Verwackeln der Kamera zu verhindern.

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Die beste Zeit, um ein solches Bild zu machen, ist die Blaue Stunde, also während der Dämmerung in den Morgen- oder Abendstunden. Während dieser Zeit erstrahlen die Landschaft und der Himmel in einem ausgeglichenen Licht – und natürlich machen die Fahrzeuge ihre Scheinwerfer auch erst an, wenn es dunkel wird.

Aufnahme

Das Bild habe ich von der Aussichtsplattform der Trollstigen-Station aufgenommen. Bei Nacht hat man diesen – übrigens architektonisch sehr interessanten – Aussichtspunkt für sich allein.

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Im Sommer ist es in Norwegen sehr lange hell und auch die Dämmerung dauert länger als sonst. Perfekte fotografische Grundbedingungen also. Ich habe mit meiner Canon EOS 70D* 28 aufeinanderfolgende Einzelbilder mit einer ISO von 100, Blende f8 und einer Belichtungszeit von 30 Sekunden geschossen. Um ein Verwackeln und zu große Pausen zwischen den einzelnen Bildern zu vermeiden, habe ich meinen Twin1 ISR Kabel-Fernauslöser* verwendet. Am liebsten nutze ich ein recht schweres Stativ, wie in diesem Fall mein Cullmann Magnesit 525M*, weil es auch bei starkem Wind fest auf dem Boden steht. Das Fahrzeug benötigte etwa 15 Minuten, um vom Tal hinauf auf die Bergstation zu kommen. Eine einzelne Langzeitbelichtung wäre in diesem Fall nicht in Frage gekommen, da sonst der Himmel extrem ausgebrannt, also überbelichtet, gewesen wäre.

Nachbearbeitung

Hat man die Bilder im Kasten, geht die Bearbeitung am PC weiter.

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Bevor ich die einzelnen Bilder in Photoshop überlagere, nehme ich erst einmal in Lightroom grundlegende Bearbeitungen wie Helligkeit, Kontrast usw. vor. Die Anpassungen können hier einfach auf alle Bilder der Serie angewendet werden. Danach exportiere ich die Sequenz als DNG’s in einen Ordner meiner Wahl.

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Nun werden die einzelnen Bilder in Photoshop über Datei -> Skripten in einen Stapel geladen.

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Als nächstes werden alle Ebenen markiert und die Eigenschaften auf „Aufhellen“ gestellt. Nun scheinen nur die hellen Bereiche der einzelnen Bilder durch alle Ebenen hindurch und man erhält den selben Effekt wie bei einer extremen Langzeitbelichtung.

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Zu guter Letzt habe ich noch ein paar wenige Lücken in der Spur geschlossen, da sie den Blick des Betrachters meiner Meinung nach zu sehr ablenken würden. Auch die letzten Bearbeitungsschritte wie Zuschnitt, Kontrast und Sättigung nehme ich in Lightroom vor.

von Christoph

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