mining metropolis

SuperPit2-Bearbeitet

Etwa ein halbes Jahr musste ich darauf warten, dieses Bild zu machen. Etwa in der Zeit, als wir uns in South Australia für allerlei Jobs beworben hatten und kurz vor unserem Weg nach Western Australia waren, hörte ich von dieser Bergbaustadt der Superlative – Karlgoorlie im Goldenen Outback. Doch noch ehe wir den Westen erreichen sollten, bekamen wir die Zusage im Roadhouse auf halbem Weg arbeiten zu dürfen. Somit hatte ich also genügend Zeit, um mich auf mein kompliziertes Unterfangen vorzubereiten – eine Langzeitbelichtung vom Treiben im größten Tagebau Australiens. Zuerst galt es herauszufinden, ob in der Goldmine auch nachts gearbeitet wird, damit man die Lichter der Fahrzeuge sieht und ob es eine Art Aussichtspunkt gibt, von dem aus man eine gute Sicht hat. Beides sollte zutreffen und meine Vorfreude stieg. Die Goldmine von Karlgoorlie ist definitiv eine ungewöhnliche Touristenattraktion, denn das riesige Loch und die Geschichte des Bergbaus ist im Prinzip der einzige Grund, weshalb tausende von Menschen Jahr für Jahr hierher fahren. Australien ist ziemlich stolz auf seinen Bergbau, der für einen Großteil des Reichtums des Landes verantwortlich ist, aber eben auch für die Zerstörung riesiger Landflächen. Im sogenannten Super-Pit arbeiten im 4-Schichtensystem jeweils 80 Mann rund um die Uhr und in nur einem einzigen von sieben Tiefladern befindet sich schlussendlich Gold – von der Größe eines Golfballs. Aber der Abbau scheint sich zu lohnen, denn die Bergbaufirma plant die Förderung des Edelmetalls noch bis 2026 und eine Verlängerung der Verträge ist auch schon im Gespräch. Im Bergbaumuseum kann man sich anschauen, wie sich das Aussehen der Goldmine über die Jahre stetig verändert hat. In Karlgoorlie angekommen, statteten wir dem Super-Pit sofort einen Besuch ab. Ein bisschen Angst machte mir zuerst die Öffnungszeit der Besucherplattform, aber glücklicherweise sollte die Zeit ausreichen, um einen Zeitraum von 1,5 Stunden fotografieren zu können. Nach einem ersten Probelauf am zweiten Tag, welcher mich nicht vollends zufrieden stellte, machte ich dann am dritten Abend dieses Bild. Während der Aufnahme ahnte ich schon, dass die vielen unterschiedlichen Farben der Lichter durch die Langzeitbelichtung in einem einheitlichen weißen Licht untergehen werden. Jedoch fand ich es gerade spannend, das die verschiedenen Bergbaufahrzeuge, seien es Tieflader, Raupen, Bohrmaschinen oder einfache Jeeps je eine andere Beleuchtung hatten. Deshalb habe ich bei der Bearbeitung jedes einzelne der etwa 190 aufeinanderfolgenden Einzelbilder gesondert bearbeitet. Ein bisschen schade finde ich es immernoch, dass auf dem Pfad im Vordergrund niemand entlang gefahren ist. Die ganze Zeit hinweg habe ich überlegt, wie ich einen der Berbauarbeiter hierher locken könnte. Leider ohne Erfolg. Dennoch ist dies das mit Abstand aufwendigste Bild, das ich je gemacht habe und es zeigt, wie ich finde, ziemlich eindrucksvoll, wie geschäftig das Treiben in der größten Goldmine Australiens ist.

Unter diesem Link können dieses und andere Bilder meines Portfolios bestellt werden. Produktion und Versand des Artikels übernimmt Whitewall.

Daten:

  • Canon EOS 70D
  • Stativ
  • Tokina 11-16mm f2.8
  • programmierbarer Auslöser
  • Einzelbild für den Vordergrund mit ISO100, f10, 16mm und 2,5s Belichtungszeit
  • 190 aufeinanderfolgende Einzelbilder über einen Zeitraum von 1,5 Stunden für die Lichter im Tagebau mit ISO100, f10, 16mm und 25s Belichtungszeit
  • Bearbeitet in Lightroom und Photoshop

4 Comments on “mining metropolis

  1. ich bin immer wieder fasziniert davon wieviel du in deine bilder steckst und augenscheinlich lohnt es sich! wunderbares bild!!!! (hattet ihrs mit bbq und kaltem hier probiert? australier scheinen diese mischung auf meilen zu wittern ;)) hugs and kisses

    • Ha, auf die Idee hätte ich mal kommen müssen! Hätte bestimmt funktioniert, obwohl das unausweichliche Lagerfeuer bestimmt ein wenig zu hell geworden wäre 😉

  2. ich bin immer wieder fasziniert davon wieviel du in deine bilder steckst und augenscheinlich lohnt es sich! wunderbares bild!!!! (hattet ihrs mit bbq und kaltem hier probiert? australier scheinen diese mischung auf meilen zu wittern ;)) hugs and kisses

    • Ha, auf die Idee hätte ich mal kommen müssen! Hätte bestimmt funktioniert, obwohl das unausweichliche Lagerfeuer bestimmt ein wenig zu hell geworden wäre 😉

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